Sophie Henck

Kopenhagen 1822–1893 Sorø

Sophie Ernestine Henck wurde 1822 in Kopenhagen geboren. Sie war Schülerin von I. L. Jensen (1800–1856), dem berühmtesten Blumenmaler Dänemarks, der in Holland bei Cornelis van Spaendonck (1756–1839) studiert hatte. Später erhielt sie Unterricht von O. D. Ottesen (1816–1892). 1848 machte sie ihre erste Auslandsreise, die sie u. a. nach Dresden führte; den Winter 1857–1858 dagegen verbrachte sie in Paris, um sich in der Blumenmalerei weiterzubilden. 1858 debütierte sie mit vier Bildern auf Charlottenborg und stellte hier bis 1876 sieben Mal aus. Über Hencks Leben und Werk ist nur wenig bekannt, und ihr Œuvre ist in den dänischen Museen nicht besonders reichlich vertreten. Sie starb 1893 im Kristiansdals Kloster bei Sorø.

Jacob Helbo Jensen

Blomstrende æblegren

Blühender Apfelzweig

1868 | Öl auf Leinwand, 23,5 x 31,5 cm | Foto: Ole Akhøj

Sophie Ernestine Henck wurde 1822 in Kopenhagen geboren. Den ersten Unterricht im Malen von Blumenstillleben erhielt sie von dem bekannten Blumenmaler I. L. Jensen (1800–1856) und später nahm sie Unterricht bei O. D. Ottesen (1816–1892). Als Sechsundzwanzigjährige führte sie ihr erster Auslandsaufenthalt nach Dresden. Zu ihrem Unterricht gehörte es, die alten Meister zu kopieren, u. a. ein Blumenbild von Jan van Huysum (1682–1749), das 1843 für Det Kongelige Billedgalleri (heute Statens Museum for Kunst) angekauft wurde.

Über Hencks Leben und Werk ist wenig bekannt. Rein motivisch sind ihre Bilder aber traditionell aufgebaut mit deutlichen Referenzen an die holländische Blumenmalerei des 17. Jahrhunderts. Der Unterricht bei Ottesen war für sie jedoch inspirierend, wie hier an dem Gemälde Blühender Apfelzweig deutlich wird, wo sie mit Blick für botanische Richtigkeit ganz nahe heran geht und den Apfelzweig die ganze Fläche ausfüllen lässt. Die Blüten werden in unterschiedlichen Stadien wiedergegeben, von der Knospe bis zur vollen Blüte, die in ihrer Schönheit erstrahlt, bis zur verblühten und bloßen Pflanze, von der nur die trockenen Staubgefäße noch stehen – vielleicht ein Bild vom Gang des Lebens und seiner Vergänglichkeit.

So beliebt Blumenbilder beim Publikum auch waren, so wenig Wertschätzung fanden sie bei den Männern der Akademie. In der bildkünstlerischen Hierarchie galt die Blumenmalerei als die niedrigste Beschäftigung, denn das Motiv war zwar angenehm, aber ohne ideelle Bedeutung. Die Blumenmalerei wurde als eine Beschäftigung für Frauen abgetan; dazu passt folgendes Zitat aus der französischen Gazette des Beaux-Arts aus dem Jahr 1860: „… Lasst die genialen Männer große architektonische Projekte entwerfen, monumentale Skulpturen und erhabene Formen der Malerei, kurz gesagt, lasst den Mann sich mit allem beschäftigen, was mit großer Kunst zu tun hat. Lasst der Frau die Beschäftigung mit der Art Kunst, die sie immer vorgezogen hat … mit der Blumenmalerei, diesem Wunder von Anmut und Frische, denn nur sie kann mit der Anmut und Frische konkurrieren, wie sie der Frau eigen sind.“

Jacob Helbo Jensen

Kopenhagen 1822–1893 Sorø
Blomstrende æblegren – Blühender Apfelzweig

1868 | Öl auf Leinwand, 23,5 x 31,5 cm | Foto: Ole Akhøj