Susette Holten

Kopenhagen 1863–1937 Kopenhagen

Als Susette Cathrine Holten, geborene Skovgaard, 1863 zur Welt kam, wurde sie sozusagen in die Welt der Kunst hineingeboren. Ihr Vater war der bekannte klassizistische Maler und Professor an der Kopenhagener Kunstakademie P. C. Skovgaard (1817–1875), und ihre Brüder waren die Künstler Joakim (1856–1933) und Niels Skovgaard (1858–1938), die beide zahlreiche Bildausstattungen im öffentlichen Auftrag ausführten. Holten wollte wie ihr Vater und ihre Brüder Künstlerin werden. Noch hatten Frauen keinen Zuritt zur Kunstakademie, und darum erhielt sie Privatunterricht u. a. von Carl Thomsen (1847–1912) und Laurits Tuxen (1853–1927). 1885 debütierte sie auf Charlottenborg und stellte dort 1886 wieder aus. 1891 gehörte sie zu den Gründern der Freien Ausstellung, Den frie Udstilling, eine Alternative zu den zensierten und konservativeren Ausstellungen auf Charlottenborg. In den folgenden Jahren verlegte sie ihre Ausstellungsaktivitäten überwiegend hierhin. 1895 war sie als künstlerische Leiterin die treibende Kraft bei der Frauenausstellung, Kvindernes Udstilling. Holtens Talent hatte viele Facetten, und sie schuf Plakate, Illustrationen und Vignetten als auch Kunst- und Gebrauchskeramik, Möbel, Web- und Stickvorlagen, und natürlich war sie noch Malerin.

Jacob Helbo Jensen

Opstilling med roser

Stillleben mit Rosen

1928 | Öl auf Papier und Pappe, 48,6 x 31,2 cm | Foto: Ole Akhøj

Susette Holten war die Tochter von P. C. Skovgaard (1817–1875), des klassizistischen Malers und Professors an der Kopenhagener Kunstakademie. Ihre Brüder waren die Maler Joakim (1856–1933) und Niels Skovgaard (1858–1938) – sie kam also aus einer in Dänemark etablierten Künstlerfamilie. Susette Holten war sich ihres künstlerischen Erbes bewusst, und daher ist das vorliegende Werk mit der komplexen Signatur SCHfS „Susette Cathrine Holten født Skovgaard” gezeichnet. An dem Suffix „født Skovgaard“ (geborene Skovgaard) hat sie ihr Leben lang als Bestätigung der Verbundenheit und Identifikation mit dem Künstlergeschlecht festgehalten, in das sie hineingeboren worden war.

Blumenbilder waren besonders bei den weiblichen Künstlern der Periode verbreitet, weil man in ihnen ein akzeptables und ganz unumstrittenes Motiv sah, um das Schöne und Feminine zu unterstreichen – und doch haben die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren die Blumenbilder des Malers Lovis Corinth (1858–1925) als entartet erklärt; dabei ging es jedoch nicht um das Motiv, sondern die Art, wie sie gemalt wurden.

Jacob Helbo Jensen

Kopenhagen 1863–1937 Kopenhagen
Opstilling med roser – Stillleben mit Rosen

1928 | Öl auf Papier und Pappe, 48,6 x 31,2 cm | Foto: Ole Akhøj